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Be­trieb­li­ches Ge­sund­heits­ma­nage­ment

Ei­ne fit­te Stra­te­gie

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Die Belegschaft bleibt nicht nur dadurch gesund, dass man ihr gute Bürostühle zur Verfügung stellt. Arndt Kempen, Experte für Gesundheit und Leistungsfähigkeit, rät Unternehmern, ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung und Handlungsspielraum zu lassen.

Arndt Kempen, 48, ist Vorstandsvorsitzender der ias Aktiengesellschaft.
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Arndt Kempen, 48, ist Vorstandsvorsitzender der ias Aktiengesellschaft, einem Beratungs­ und Dienstleistungsunternehmen im betrieblichen Gesundheits­ und Leistungsfähigkeitsmanagement mit bundesweit 130 Standorten.

Faktor A: Müssen sich Unternehmen mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement auseinandersetzen?

Arndt Kempen: Unsere Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Durch die Globalisierung, die allgemeine Beschleunigung oder die zunehmende Technologisierung arbeiten Unternehmer unter viel komplexeren Bedingungen. Sie müssen dennoch produktiv bleiben – und erwarten dabei von ihren Mitarbeitern, dass sie flexibel sind und sich immer wieder neu verändern. Wer unter den neuen Bedingungen erfolgreich sein möchte, muss sich zwangsläufig darüber Gedanken machen, wie er seine Mitarbeiter leistungsfähig und gesund halten kann.

Eigentlich müsste es doch „betriebliches Wohlbefinden“ heißen, denn es geht um weit mehr als rückenschonende Bürostühle?

Die allein schaffen jedenfalls keine Arbeitszufriedenheit. Die Frage, die sich Unternehmer stellen müssen, ist umfassender: Wie erreiche ich es, dass die Mitarbeiter gesund und motiviert sind und das, was sie tun, als sinnstiftend erleben?

Flexible Arbeitszeiten, Kitas in der Firma, Frühstücksbuffets – all das fördert die Zufriedenheit. Aber sind diese Maßnahmen in jedem Betrieb umsetzbar?

In vielen Unternehmen ist es schon hilfreich, wenn mehr mit der Belegschaft kommuniziert – und mehr an der Führungskultur gearbeitet wird. Auch verschwimmen in der modernen Arbeitswelt oft die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, etwa durch ständige Erreichbarkeit per Handy oder E­Mail. Das ist nicht nur negativ, es kann eine große Chance sein – denn wenn Mitarbeiter nicht nur große Aufgaben, sondern auch größere Handlungsspielräume in der Einteilung ihrer Arbeit bekommen, sind sie zufriedener und leisten mehr. Oder dass Mitarbeiter nicht schief angeschaut werden, wenn sie in ihrer Pause Sport treiben oder einen Spaziergang machen wollen. Bei all diesen Möglichkeiten ist also nicht entscheidend, ob ein Unternehmen es sich etwa leisten kann, einen eigenen Kindergarten zu eröffnen.

Wird mit Sportprogrammen und Betriebsausflügen auch oft nur geworben, um Nachwuchs zu rekrutieren?

Wenn Unternehmen das machen, ist der Erfolg nicht von Dauer. Mitarbeiter merken schnell, ob die Maßnahmen sich an den Unternehmenszielen und einer größeren Strategie ausrichten. Schließlich möchte man ja auch Mitarbeiter, die sich für genau diese Ziele begeistern, und nicht nur für Einzelaspekte.

Wie ernst nehmen Betriebe das Thema Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass der weiche Faktor „Gesundheit“ einen großen Einfluss auf den Erfolg hat. Das ist ein positives Signal, das die Arbeitswelt in Zukunft stark prägen und weiterentwickeln wird.

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Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Praxis

Wer sich wohlfühlt, kann volle Leistung bringen: Warum gesunde Mitarbeiter das wichtigste Erfolgskriterium in ihrem Unternehmen sind, erklärt Ulrike Heldt von der Hanse Merkur Versicherung aus Hamburg.

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Esther Werderinghaus

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