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Di­gi­ta­li­sie­rung oh­ne Aus­nah­me

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Christoph Krause leitet das Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation der Handwerkskammer Koblenz. Er berät kleine und mittelständische Unternehmen dabei, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Für Faktor A hat er seine Erfahrungen mit Arbeit und Industrie 4.0 in fünf Forderungen zusammengefasst.

Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation der Handwerkskammer Koblenz
© PR

Christoph Krause

Gehen Sie auf die Reise!

Die Zukunft für Ihr Unternehmen beginnt nicht morgen, sondern heute. Jedes kleine oder mittlere Unternehmen muss sich deshalb fragen, wie genau ein digitales Geschäftsmodell aussehen könnte, das in den kommenden zehn Jahren das bisherige ersetzt, ergänzt oder erweitert. Die großen Unternehmen machen es bereits vor. Sie sind ein Malerbetrieb mit 15 Angestellten? Entwickeln Sie eine Internetplattform, auf der sich Ihre Kunden zu Farbkombinationen beraten lassen können. Am Ende des Prozesses bieten Sie in einem Onlineshop gleich die geeignete Farbe an und machen für den Kunden so den Gang zum Baumarkt überflüssig.

Digitalisieren Sie ohne Ausnahme!

Alle Geschäftsprozesse müssen digitalisiert werden, vom Angebot über die Abwicklung vor Ort (z. B. das Aufmaß auf der Baustelle im Bauhandwerk) bis zur Rechnungslegung. Ausnahmen gibt es nicht. Sie sind ein Friseurbetrieb? Dann installieren Sie ein System, mit dem Ihre Kunden die Termine online buchen können. So entwickeln Sie einen Mehrwert für Ihre Kunden. Das gilt erst recht für Unternehmen, die Bestandteil einer Fertigungskette sind. Wenn Sie als kleiner Handwerksbetrieb Ihre Geschäftsprozesse nicht digital anbieten und mit größeren, bereits durchdigitalisierten Unternehmen zusammenarbeiten, fliegen Sie raus. Industrie kann heute rabiat sein.

Verbrüdern Sie sich!

Werfen Sie das Konkurrenzdenken der vergangenen Jahrzehnte über Bord. Wenn Sie ein komplexes Prozessmanagement für Ihren Betrieb überfordert, suchen Sie sich gleichgesinnte Partner und entwickeln gemeinsam eine Strategie. Belastbare Netzwerke werden in der digitalen Welt immer wichtiger.

Reden Sie mit Ihren Mitarbeitern und der Welt!

Ohne digitale Kommunikation werden Sie die nächsten zehn Jahre nicht überstehen. Nach außen müssen Sie die bekannten Kanäle wie Facebook, Twitter, LinkedIn und u. U. YouTube bespielen. Gleiches gilt aber auch für die interne Kommunikation. Organisieren Sie Arbeit digital mit einem Firmen-Facebook. Oder nutzen Sie schon bestehende Kommunikationskanäle für Ihre Interessen: Schon heute organisieren viele Baubetriebe ihre Baustellen mit WhatsApp – das kann aber nur der Anfang sein. Im Großen geht es darum, Ihre Mitarbeiter auf die sich verändernden Kommunikationsbedingungen vorzubereiten. Fachmann allein zu sein reicht heute nicht mehr, Arbeitnehmer müssen heute immer auch Prozesswissen haben.

Investieren Sie in Köpfe!

Industrie 4.0 ist ein sich ständig weiterentwickelndes Thema. Selbst Azubis von heute können sich nicht auf das Wissen verlassen, das sie in ihrer Ausbildung erwerben, erst recht nicht Mitarbeiter, deren Lehrjahre schon länger zurückliegen. Für Arbeitgeber bedeutet das, ihre Angestellten permanent mit dem Wissen versorgen zu müssen, das sie brauchen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Im Vordergrund steht dabei für alle die Prozesskompetenz: Was muss der Einzelne über sein Fachgebiet hinaus wissen, um das eigene Produkt in der Wertschöpfungskette attraktiv zu machen?

Infografik

Der Mensch bleibt am Drücker

In der Fabrik von morgen stimmen sich Maschinen untereinander ab. Das sorgt für bessere Abläufe und es hilft, Probleme schneller zu erkennen – und zu lösen. Damit wächst und ändert sich die Rolle des Mitarbeiters: Er übernimmt planende, steuernde und kontrollierende Aufgaben. Und wird damit unverzichtbarer denn je. Klicken Sie sich durch die Infografik, um aktuelle Zahlen und Prognosen zu erfahren.

Industrie 4.0

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Titelfoto: © Tillmann Franzen