Schuhe, Lange Nacht der Musik in der Arbeitsagentur

Künst­ler­ver­mitt­lung

Wie die Ar­beits­agen­tur Ih­re Fir­men­fei­er rockt

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Wen rufen Firmen an, wenn sie einen Entertainer fürs nächste Betriebsfest brauchen? Eine Messe, die noch Beleuchter oder Models sucht? Oder ein Hotel, wenn sich der Barpianist am Morgen das Bein gebrochen hat und für die nächsten Wochen ausfällt?

Dann wählen Sie die Nummer der Agentur für Arbeit. Genauer gesagt die der Künstlervermittlung der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Sie ist der Ansprechpartner innerhalb der Bundesagentur für Arbeit für alle darstellenden Künstler sowie künstlerisch-technischen Fachkräfte. Operndiva, Volksmusikant, Ballerina, Maskenbildner, Musicaldarsteller oder Requisitenmeister – es gibt keinen künstlerischen Beruf und keine Nische, die hier nicht vertreten ist.

Gegründet wurde die ZAV-Künstlervermittlung 1960 mit dem Ziel, darstellende Künstler in Zeiten von Arbeitslosigkeit zu beraten und zu vermitteln. Heute können sich interessierte Unternehmen, Kulturbetriebe, Gastronomiebetriebe oder auch Privatpersonen ihre Wunschkandidaten bundesweit unter den etwa 56.000 Bewerbern in Deutschlands größter Künstler-Datenbank aussuchen – kostenfrei. An den insgesamt sieben Standorten von Hamburg bis München beraten Mitarbeiter vor Ort persönlich.

Größte Künstler-Datenbank Deutschlands für Firmen-Events nutzen

Leider haben die meisten potentiellen Arbeitgeber noch nie etwas von diesem Angebot der ZAV gehört. „Zwar ist die ZAV-Künstlervermittlung bei Kulturschaffenden anerkannt und geschätzt. Die breite Öffentlichkeit hat bislang allerdings nur selten direkte Berührungspunkte mit unseren Vermittlungsteams“, sagt Dr. Carsten Klein, Vorsitzender der Geschäftsführung der ZAV. Dabei ist die Künstlervermittlung gerade für kleine und mittlere Unternehmen hilfreich, die jedes Jahr ratlos vor der Frage stehen, wie und mit wem sie ihr Sommerfest oder ihren Messeauftritt gestalten können.

Hier hilft die ZAV-Künstlervermittlung mit Branchenkenntnis und langjähriger Vermittlungserfahrung. Schließlich lässt sich ein Musiker nicht wie ein Architekt, eine Krankenschwester oder ein Maurer vermitteln. Die meisten Mitarbeiter sind selbst Künstler mit entsprechendem Studium oder dem notwendigen fachlichen Hintergrund im jeweiligen Bereich. In Castings, beim Vorsprechen und Vorsingen nehmen sie die neuen Kandidaten genau unter die Lupe. „Wer in unsere Bewerberkartei aufgenommen werden will, muss sich strengen Auswahlkriterien stellen“, so Carsten Klein.

Die Künstlervermittlung sorgt für kurzfristigen Ersatz

Ein künstlerischer Hochschulabschluss ist in der Regel ein Indiz dafür, dass die Voraussetzungen für eine Aufnahme vorliegen. Wichtig ist am Ende, den geeigneten Bewerber mit dem geeigneten Arbeitgeber zusammenzuführen. Möchtegern-Popstars oder selbsternannte Alleinunterhalter haben keine Chance.

Doch was passiert, wenn kurz vor 16 Uhr das Telefon der ZAV-Künstlervermittlung klingelt und eine panische Regieassistentin Ersatz für einen kurzfristig erkrankten Sänger sucht – und das schon für den gleichen Abend?

Solche Situationen kommen immer wieder vor, sagt Dr. Beate Raabe, Pressesprecherin der ZAV. Hier ist die Erfahrung, Kompetenz und nicht zuletzt routinierte Gelassenheit der ZAV-Opernvermittler gefragt. Sie recherchieren, wer im Stellenpool genau diese Partie in der Oper innerhalb der letzten beiden Jahre gesungen hat oder wer diese Rolle derzeit an einem anderen Theater singt. Danach klären sie, ob der Sänger tatsächlich kurzfristig verfügbar ist und ob er stimmlich in die Produktion passt. Da liegen schon mal die Nerven blank, sowohl die der Vermittler, als auch die der Regieassistentin des Theaters. „Nicht immer klappt es wie bei diesem Beispiel. Innerhalb von drei Stunden wurde ein Ersatz gefunden“, so Beate Raabe.

Nervenkitzel mit Happy End – eben ganz normaler Arbeitsalltag in der ZAV-Künstlervermittlung.

Inna Surzhenko, Pianistin, Sängerin und DJane aus München

„Die Mitarbeiter wissen, wie man Künstler vermittelt“

„Seit Abschluss meines Studiums am Konservatorium arbeite ich als Pianistin und seit einigen Jahren auch als DJane. Ich bin zwar klassisch ausgebildet, fühlte mich aber schon früh mehr zu Jazzklavier und Pop hingezogen.

Mein Kontakt zur ZAV kam durch einen Kommilitonen zustande. Erst war ich etwas skeptisch, ob eine staatliche Behörde der richtige Ansprechpartner für mich als Künstlerin ist. Doch die Mitarbeiter sind toll, sehr engagiert und wissen einfach, wie Künstler vermittelt werden müssen. Einige sind selbst Musiker und kennen sich daher gut in der Branche aus.

Seit 12 Jahren bin ich jetzt Mitglied und habe von DJane-Auftritten auf Firmenfeiern bis zum mehrmonatigen Engagement als Hotelpianistin schon viele interessante und lukrative Jobs bekommen. Die Vermittlung ist schnell und einfach: Firmen können sich die Künstler aus der ZAV-Datei aussuchen und sie direkt kontaktieren – dafür erhebt die ZAV im Gegensatz zu den meisten Agenturen keine Vermittlungsgebühr. Sehr hilfreich fand ich auch das Seminar über Internet-Management, bei dem ich viel über meinen Online-Auftritt und Selbstvermarktungs-Strategien gelernt habe. Sie bieten auch Kurse über den Umgang mit der GEMA oder anderen bürokratischen Dingen an. Mit der ZAV habe ich als Künstlerin einen professionellen und zuverlässigen Partner an meiner Seite!“

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Kommentare

Frage mich gerade, warum der Artikel keinen Link zur Künstlervermittlung (http://www.zav-kuenstlervermittlung.de) anbietet. Als Interessent muss man erst recherchieren. Wie ungeschickt. Auf der Seite der Künstlervermittlung finden sich auch keine Hinweise auf soziale Medien; warum werden Facebook, Twitter u.a. nicht genutzt?, hier würden sich für Künstler und Firmen viele neue Kontakte ergeben. Nach meiner Einschätzung dämmert die Künstervermittlung im Unbekannten. Kommunikation geht heute anders.

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Barbara Domschky

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