Ar­beits­ver­mitt­lung

Start­bahn in den Job

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Claudia Unterköfler arbeitet als Vermittlerin beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur im Frankfurter Flughafen, der mit fast 80.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Rhein-­Main­-Region ist.

Es ist ein grandioser Ausblick, der sich Claudia Unterköfler jeden Morgen bietet, wenn sie im Büro aus dem Fenster schaut. Sie blickt direkt auf den westlichen Teil des Terminals 1 am Frankfurter Flughafen. Der A380 wird hier abgefertigt und die Boeing 747­8I. Wenn die größten Flugzeuge andocken, sind bis zu 250 Flughafenmitarbeiter im Einsatz. Wenn der Flugzeugschlepper schließlich die Maschine wendet und der Ramp Agent am Boden das Starten der Triebwerke überwacht, sind die anderen Flughafenmitarbeiter schon wieder auf dem Weg zur nächsten Abfertigung.

Claudia Unterköfler hilft dabei, dass dieses riesige Unternehmen ständig neue Mitarbeiter findet. „Der Flughafenbetrieb ist ein sehr unsteter“, sagt die Vermittlerin. Für die, die dort arbeiten, bedeutet er Schichtarbeit mit Wechselschichten, befristete Verträge und Teilzeitjobs. Für die Mitarbeiter der Arbeitsagentur bedeutet er die ständige Suche nach gutem Personal, denn die Luftfahrtbranche wächst immer weiter. Hotels und Gaststätten, Reinigungsunternehmen, die Fluggesellschaften, Einzelhändler, Luftsicherheitsdienstleister und Reisebüros sind ständig auf der Suche. Claudia Unterköfler ist seit dreieinhalb Jahren bei der Airport­Agentur.

Die Volkswirtin hat nach einer langen Familienphase das Wahlkreisbüro einer Bundestagsabgeordneten geleitet, bevor sie als Quereinsteigerin zur Arbeitsagentur kam: zunächst als Assistentin der Geschäftsführung, später als Arbeitsvermittlerin in der Frankfurter Innenstadt. „Als mir die Stelle am Flughafen angeboten wurde, habe ich keinen Moment gezögert“, sagt die 57­Jährige. Bei der Airport­Agentur ist sie zuständig für die Fraport AG und ihre Tochterfirmen – nach der Lufthansa der zweitgrößte Arbeitgeber am Flughafen. Die meisten offenen Stellen fallen regelmäßig bei der Flugzeug­ und Gepäckabfertigung an.

Wenn im Frühjahr der Flugplanwechsel ansteht, ist Claudia Unterköfler besonders gefordert: Dann werden viele neue Verträge geschlossen, FraSec sucht Sicherheitspersonal, die ASG Reinigungspersonal für die Kabinen und die konzerneigene Zeitarbeitsfirma APS sucht Flugzeug­ und Gepäckabfertiger. Die Fluktuation ist dort besonders hoch, denn Schichtarbeit und Wochenenddienst machen die Arbeit am Flughafen zu einer besonderen Herausforderung. „Deshalb müssen alleine im Bereich  Gepäck und Vorfeld jährlich 700 bis 800 Stellen neu besetzt werden“, sagt die Vermittlerin.

Zumal besondere Hürden zu überwinden sind: Praktisch jeder Mitarbeiter braucht einen von der Luftfahrtbehörde geforderten Flughafenausweis – ein qualifiziertes Führungszeugnis der vergangenen fünf Jahre. Wer mit Passagieren in Kontakt kommt, muss außerdem fließend englisch sprechen. „Wir veranstalten deshalb im Frühjahr seit dem vergangenen Jahr eine große Airport­Messe, bei der in diesem Jahr 27 Arbeitgeber ihre Stellenangebote am Flughafen vorgestellt haben“, sagt Unterköfler. Für die 3.400 Besucher der Messe eine gute Gelegenheit, direkt mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen.

Auch die Airport­-Ausbildungsmesse soll Menschen langfristig an den Arbeitgeber Flughafen binden: 20 Ausbildungsbetriebe stellen dann die Studien­ und Ausbildungsberufe des Flug­ und Reiseverkehrs vor, jährlich kommen bis zu 5.000 Interessenten. „Dadurch, dass wir direkt vor Ort sind, ist es ein bisschen wie auf dem Marktplatz“, sagt Unterköfler: „Wir wissen, wo Stellen offen sind, die Wege sind kurz und die Kontakte eng.“ Diese Nähe zu den Unternehmen lässt die Beraterin ab und an spontan zum Hörer greifen, wenn ihr in der offenen Sprechstunde sofort eine passende Stelle einfällt. „Wenn ich erfahre, dass eine solche Spontanvermittlung funktioniert hat, macht mich das glücklich“, sagt Unterköfler. „Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen und auch denen eine Perspektive zu bieten, deren Lebenslauf sich nicht ganz so gerade liest – das ist schließlich unser Job.“

Profil

Arbeitsvermittlerin Claudia Unterköfler

Im Job
Mit mehr als 500 eigenständigen Unternehmen und fast 80.000 Beschäftigten ist der Flughafen Frankfurt am Main der größte Arbeitgeber der Rhein­Main­Region. Deshalb betreibt die Agentur für Arbeit Frankfurt dort seit zehn Jahren eine eigene Arbeitsvermittlung: die Airport­Agentur Rhein­Main, die im Frankfurt Airport Center 1 untergebracht ist. Beim Arbeitgeber­Service kümmern sich derzeit neun Vermittler um die Wünsche der Kunden, fünf Projektvermittler halten Kontakt zu  den örtlichen Arbeitsagenturen im Rhein­Main­Gebiet.

Nach der Arbeit
Raus aus dem Flughafen, rein in die S-­Bahn: Nach der Arbeit braucht Claudia Unterköfler fast eine Stunde nach Hause. Da sie für ihr Leben gern liest, nutzt sie die Zeit, um bei einem Krimi zu entspannen. „Ich kann so wunderbar abschalten“, sagt sie. Am liebsten liest sie Inspector­-Lynley-Romane von Elizabeth George. „Mir gefallen die komplexen Handlungen und liebevoll herausgearbeiteten Figuren.“ Oft liest sie die Bücher auf Englisch. „Die Buchhandlungen am Flughafen sind gut ausgestattet.“ Claudia Unterköfler ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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Matthias Thiele

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