„Ich liebe die Vielseitigkeit in meinem Beruf“, sagt Erich Bernhardt. Als Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service berät er unter anderem Unternehmen, wie sie optimal die JOBBÖRSE, den Onlineservice der Arbeitsagentur, nutzen können.

Ar­beit­ge­ber-Ser­vice

Jobs im Blick, Mu­sik im Blut

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Mit unkonventionellen Maßnahmen berät Erich Bernhardt Unternehmer in Personalfragen. Der Vermittler im Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit weiß, wovon er spricht: Nach 20 Jahren in der freien Wirtschaft hat er ein Auge dafür, wer zu wem passt.

Ob in Lederjacke oder im fei­nen Zwirn – wenn Erich Bernhardt etwas tut, dann mit voller Leidenschaft. So ist es, wenn er abends mit dem Kontrabass unterm Arm und Pomade im Haar den Rock ’n’ Roll der fünfziger Jahre aufleben lässt.

Und so ist es, wenn der 44-Jährige aus Coesfeld anderntags mit Anzug und rotem Schlips die Personalverantwortlichen lokaler Unternehmen trifft. Bernhardt ist Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service. Und dieser Job ist mindestens so abwechslungsreich wie sein rockiges Hobby.

An einem Wintermorgen führt Bernhardt einen Hotelier und eine Personalplanerin von der Caritas in den „Dating-Raum“. So nennt der Vermittler das Zimmer, in dem 18 arbeitsuchende Frauen warten. Das sogenannte „Speeddating“ ist eine der Ideen, die von Bernhardt umgesetzt werden. Die Bewerber und Arbeitgeber können einander in kurzer Zeit kennenlernen, Fragen stellen und Insiderinfos bekommen.

„Das Speeddating ist ein unkonventioneller Weg unter vielen, um Arbeitgeber bei ihrer Suche nach geeigneten Fachkräften zu unterstützen“, sagt Bernhardt und klickt auf seinen Computer-Bildschirm. In Sekundenschnelle öffnet sich die JOBBÖRSE, der Onlineservice der Bundesagentur für Arbeit. Bernhardt führt die XML-Schnittstelle vor. Hinter dem Begriff verberge sich ein echter Trumpf für alle Arbeitgeber, erklärt er. Mit der Schnittstelle habe sich der Austausch von Stellenbeschreibungen erheblich vereinfacht. Offene Stellen können nun in Echtzeit aus dem Personalsystem eines Unternehmens in die Datenbank der BA übermittelt werden. Die Schnittstelle gleicht laufend die BA-Daten mit jenen der Unternehmen ab — jede Änderung wird sofort in der JOBBÖRSE aktualisiert. „Eine doppelte Eingabe ist nicht mehr nötig“, sagt Bernhardt.

Der Mann mit Hornbrille und Bürstenfrisur weiß aus eigener Erfahrung, wie nützlich das sein kann. Er kennt das Geschäft von beiden Seiten. Vor zwölf Jahren begann der ausgebildete Industriekaufmann mithilfe der Agentur für Arbeit ein BWL-Studium, landete anschließend bei einer Unternehmensberatung. Nachdem die Liebe ihn ins Münsterland gebracht hatte, machte er sich selbstständig, trainierte Firmen in Kommunikation und Marketing. Dann kam die Wirtschaftskrise. Plötzlich blieben die Aufträge aus. Bernhardt blieb mehr Zeit für den Rock ´n´ Roll, als ihm lieb war. Aber er hatte Glück. Die Arbeitsagentur suchte Mitarbeiter im Arbeitgeber-Service — ein Job wie geschaffen für den ehemaligen Unternehmensberater. Bernhardt fing bei der Arbeitsagentur an. Seine Erfahrung und sein Gespür für individuelle Lösungen kommen gut an. „Ich glaube, ich kenne die Bedürfnisse unserer Kunden“, meint Bernhardt, der auf 20 Berufsjahre in der freien Wirtschaft zurückblickt.

Es ist Nachmittag geworden, das Speed­dating geht zu Ende. Vier der 18 Be­werberinnen verlassen die Agentur-Räume mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche. Bernhardt lächelt zufrieden.

Bevor es für ihn weitergeht, erklärt er noch eines seiner meistgenutzten Tools. Mit dem Arbeitgeber-Account der JOBBÖRSE können Personalverantwortliche jederzeit auf aktuelle Stellenangebote zugreifen. Das passgenaue Matching-Verfahren basiert auf mehr als 600.000 Arbeitsstellen und mehr als drei Millionen Bewerberprofilen. Bernhardt ist in seinem Element, erklärt, wie er Arbeitgebern zur Seite stehen kann. Besonders hilfreich sei die Möglichkeit, auf die anonymisierten Anzeigen von Interessenten zu reagieren. „Wer einen Job sucht, erfährt schnell, wo er gebraucht wird“, sagt Bernhardt, „und der Arbeitgeber kann entsprechend planen.“

Wenn Erich Bernhardt abends in Lederjacke zum Kontrabass greift, dann hallt Rock'n'Roll durch sein Haus in Coesfeld.
© Frank Beer

Wenn Erich Bernhardt abends in Lederjacke zum Kontrabass greift, dann hallt Rock'n'Roll durch sein Haus in Coesfeld.

Profil

Arbeitsvermittler Erich Bernhardt

Im Job
Wichtigstes Arbeitsinstrument des Vermittlers im Arbeitgeber-Service ist die Jobbörse der Arbeitsagentur. Mit ihr können Un­ternehmen die Reichweite ihrer Stellenangebote systematisch erhöhen. Arbeitgeber und deren Arbeitgeber­betreuer — wie Erich Bernhardt —  können über den gemeinsamen Arbeitgeber-Account laufend im gleichen Datensatz arbeiten. Die Arbeitgeber können zu­dem online auf Vermittlungsvorschläge zugreifen, anhand der Stellenangebote selbst sofort nach passenden Bewerbern suchen und diese direkt anonym kontaktieren. „So helfen wir den Ar­beit­gebern schnell und unbürokratisch“, sagt Bernhardt. Ver­fügen Arbeitgeber gar über eine eigene Datenbank zur Personalrekrutierung, können sie ihre Stellangebote automatisiert an die JOBBÖRSE übermitteln. Das geht mithilfe der HR-BA-XML-Schnittstelle. HR steht für Human Resources (Personal), BA ist das Kürzel der Bundesagentur für Arbeit und XML steht für „Extensible Markup Language“ (erweiterbare Auszeichnungssprache).

„Dank der XML-Schnittstelle werden wir nun umgehend informiert, wenn in einem Unternehmen eine Stelle frei wird“, erklärt Bernhardt, „dadurch gewinnt das Zusammenspiel zwischen Betrieben und der BA eine ganz neue Dynamik.“

Nach der Arbeit
Dynamik lebt Bernhardt auch privat aus. Wenn er abends in Lederjacke zum Kontrabass greift, dann hallt Rock’n’Roll durch sein Haus in Coesfeld. Auch im Fußballstadion wird der FC-Köln-Fan gerne laut. „Wenn ich doch mal Ruhe brauche, setze ich mich an einen See zum Anglen.“

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