Für die Bundesagentur für Arbeit betreut Detlef Köhler Großunternehmen, die auf der Suche nach Arbeitern und Fachkräften in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Maschinenbau sind.

Per­so­nal­su­che

Ein Mann für die Gro­ßen

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Detlef Köhler betreut Großunternehmen mit Sitz in Bayern oder Baden-Württemberg, vor allem Finanzdienstleister und Maschinenbauer.

Faktor A: Angenommen ich bin ein Maschinenbauer in Stuttgart und suche dringend Ingenieure für meine Niederlassungen in Bremen und Augsburg. Kann ich da einfach bei Ihnen anrufen, und Sie helfen mir?

Detlef Köhler: Exakt. Ich diene Ihnen als Ansprechpartner für alle Anliegen.

Und Sie suchen die richtigen Leute für mich?

Sagen wir so: Ich sorge dafür, dass alles in die richtigen Kanäle geleitet wird. Für das Erfassen von Stellenausschreibungen haben wir im Team einen Innendienst und für die Bewerbersuche arbeiten wir eng mit den regionalen Arbeitsagenturen zusammen. Operativ sind also viele Kollegen involviert. Doch ich koordiniere alles, bin quasi das Gesicht für den Kunden. Für große Unternehmen mit mehreren Niederlassungen ist das ein Vorteil, weil die Personalabteilung für sämtliche Themen nur eine Nummer bei der BA wählen muss.

Als das Gesicht für Großkunden merken Sie am besten, ob die Kunden zufrieden sind. Sind sie es?
Die aktuelle Struktur der Großkundenbetreuung gibt es seit Mitte 2011, sie ist also relativ neu. Da sind die meisten potenziellen Kunden erstmal neugierig, was wir leisten können. Der Leiter der Personalabteilung der Landesbank Baden-Württemberg meinte kürzlich zu mir: „Na, dann versuchen wir die Zusammenarbeit mit Ihnen mal.“

Und, wie läuft es?
Im konkreten Fall ist es noch zu früh für ein Resümee, aber erste Befragungsergebnisse unserer Großkunden zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Für die Sparda Bank Baden-Württemberg, die wir schon länger betreuen, haben wir im Vorjahr beispielsweise ein Viertel aller Ausbildungsplätze besetzt. Und bei der Deutschen TGS West, einem Spezialisten für Instandhaltungsarbeiten an Immobilien, konnten wir in vier Monaten 18 Stellen besetzen. Wenn man solche Erfolge in der Vermittlungstätigkeit hat, dann werden die Kunden auch offen für weiterführende Beratung.

In welcher Hinsicht beraten Sie denn?
Auf vielen Ebenen. Das reicht vom Talentmanagement und der Frage, wie man die junge Generation am besten erreicht, bis zum Umgang mit dem Problem des Facharbeitermangels. Und wir bieten aktiv Lösungswege an, etwa durch die Einbindung von Firmen in Hochschulkooperationen.

Und was tun Sie in puncto Fachkräftebedarf?
Da muss man kreativ sein. Ein Beispiel: Wir arbeiten derzeit bei einem Projekt mit, wo sich Ingenieure aus Tunesien in Deutschland weiterbilden können. Zurzeit suche ich Partner aus der Wirtschaft, denn nach einer Phase der sprachlichen und fachlichen Qualifizierung sollen sie im zweiten Halbjahr 2013 ein Praktikum in Unternehmen machen. Im Idealfall wird aus dieser Praxis ein permanentes Beschäftigungsverhältnis.

Wie viele Kunden betreuen Sie?
Derzeit sind es 17. Weil ich viel Erfahrung aus der Personalarbeit in der Bankbranche mitbringe, sind viele Finanzdienstleister darunter, von der Hypo Vereinsbank bis zur Wüstenrot Versicherung.

 

Zur Person

Detlef Köhler

Der 51-Jährige arbeitet seit sieben Jahren bei der Bundesagentur für Arbeit. Zuvor war der Diplomsoziologe und Bankkaufmann mehr als 15 Jahre in der Wirtschaft tätig, darunter für die Deutsche Bank und Siemens. Für die Sparkasse Leipzig baute er die Personalentwicklung auf, bei Ciba Spezialitätenchemie war er Mitglied der Geschäftsleitung.


Thomas Clark
Titelfoto: © Sebastian Vollmert

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