Bohrma ist in Sachen Inklusion Vorbild für andere kleine Unternehmen.

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Sie beschäftigen Behinderte, weil Sie deren Fähigkeiten und Motivation schätzen? Dann bewerben Sie sich für den Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018! Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Maschinenbauer Bohrma aus Fulda, der das Potenzial von Mitarbeitern mit Handicap erfolgreich nutzt.

Ab sofort können sich Arbeitgeber mit beispielhaften Maßnahmen zur Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bewerben. Der Inklusionspreis für die Wirtschaft prämiert Unternehmen verschiedener Größen, die auf innovative und vorbildliche Weise zeigen, wie Inklusion im Arbeitsleben gestaltet werden kann. Noch bis zum 15. Oktober 2017 können Unternehmen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden – oder sich selbst bewerben.

Worauf der Inklusionspreis abzielt

Logo Inklusionspreis für die Wirtschaft 2018

Bereits zum sechsten Mal will der Preis auf die gelebte Inklusion in Deutschlands Betrieben aufmerksam machen und dadurch andere Unternehmen anspornen. „Arbeitgeber brauchen Vorbilder, die praxisnah zeigen, wie das Potenzial von Menschen mit Behinderung erfolgreich in das Arbeitsleben integriert werden kann, ganz unabhängig von der Größe eines Unternehmens“, meint etwa Olaf Guttzeit vom UnternehmensForum. „Das inklusive Miteinander von Beschäftigten mit und ohne Behinderungen ist ein Gewinn für alle Beteiligten“, erklärt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Mit dem Inklusionspreis soll das noch mehr Unternehmen deutlich gemacht werden. Ausgelobt wird der Preis gemeinsam von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit, der Charta der Vielfalt und dem UnternehmensForum.

Praxisbeispiel

Preisträger 2017: Inklusion bei Bohrma

Den Leitsatz des Integrationspreises, „Potenziale von Menschen mit Behinderungen“, hat sich der Maschinenbauer Bohrma aus Fulda schon lange auf die Fahnen geschrieben. Und das obwohl der Betrieb mit 33 Mitarbeitern verhältnismäßig klein ist.

Bei der Produktion der Komponenten kommt es auf Präzision an, wenn das Bohrsystem am Ende hochwertige Arbeit leisten soll. Bohrma ist deshalb auf zuverlässige und motivierte Fachkräfte angewiesen. Ob sie eine Behinderung haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle. „Mitarbeiter mit Handicap sind bei uns ganz normal in die Produktion integriert“, so Betriebsleiter Florian Witzel. Dafür bekam das kleine Unternehmen 2017 den Inklusionspreis für die Wirtschaft verliehen.

 

Bohrma stellt Komponenten für Bohrsysteme her.
© Zeichensetzen Medienagentur/Harms

Bohrma stellt Komponenten für Bohrsysteme her.

Hinter der inklusiven Beschäftigung steht eine konsequente Firmenphilosophie: Mitarbeitende mit Handicap gehören selbstverständlich dazu. Der Betrieb ist von den Talenten seiner Mitarbeitenden überzeugt.

Intensive Einarbeitung der Mitarbeiter mit Handicap

Um Menschen mit Behinderung für das Unternehmen zu gewinnen, arbeitet Bohrma mit dem Kreisjobcenter und der Arbeitsagentur zusammen, außerdem engagiert es sich im Netzwerk Perspektiva. Die regionale Initiative von 85 Arbeitgebern und Organisationen integriert Jugendliche mit Lernbehinderung dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt.

Über zwei Jahre hinweg werden die jungen Menschen gemeinsam intensiv auf ihren Arbeitsplatz vorbereitet. Drei Beschäftigte konnte Bohrma so bereits gewinnen. Im Rahmen der Heranführung und Qualifizierung absolvierten die Jugendlichen mit Lern- und geistiger Behinderung ein Langzeitpraktikum bei Bohrma, unterstützt wurden sie dabei von einer festen Kontaktperson.

Heute sind sie unbefristet im Unternehmen angestellt. Viele Fertigungsschritte sind sich wiederholende Tätigkeiten, das erleichtert den Inklusionsprozess. Der Grad oder die Art der Behinderung sei dabei aber nicht relevant, erklärt Witzel: „Es kommt auf den Menschen an.“ Jeder habe Talente und Fähigkeiten, die Kunst sei es, den richtigen Arbeitsplatz für den richtigen Menschen zu finden.

 

Der hessische Maschinenbauer Bohrma bekam 2017 den Inklusionspreis für die Wirtschaft.
© Zeichensetzen Medienagentur/Harms

Bohrma erhielt 2017 den Inklusionspreis in der Kategorie „Kleines Unternehmen“.

Inklusion fördert Betriebsklima

Das schätzen auch die Angestellten: Zwar galt es zunächst Berührungsängste und Vorurteile abzubauen, doch heute ist das Miteinander mehr denn je von gegenseitiger Rücksichtnahme und Unterstützung geprägt. Das Unternehmen wiederum profitiert von der Zufriedenheit seiner Mitarbeitenden, und auch der wirtschaftliche Erfolg gibt Bohrma recht.

Inklusion lohnt sich, weiß Firmeninhaber Martin Himmelmann: „Für uns ist Inklusion einerseits eine Frage des gesellschaftlichen Engagements. Andererseits können wir zeigen, dass Menschen, denen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt eingeräumt wurden, in der Lage sind, eine gute und wirtschaftliche Arbeit zu leisten.“

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Bundesagentur für Arbeit/Julia Holzapfel
Titelfoto: © Zeichensetzen Medienagentur/Harms

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