Als Mitarbeiterin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ist Julia Dixon gut vernetzt mit den Arbeitsverwaltungen anderer europäischer Staaten.

Zen­tra­le Aus­lands- und Fach­ver­mitt­lung

Per­spek­ti­ve Deutsch­land

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Mit viel Flexibilität und Ausdauer findet Julia Dixon Fachkräfte in ganz Europa. Dabei hilft die Mitarbeiterin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit den Unternehmen eine Kultur des Willkommens zu schaffen.

Als sie nach dem Studium aus Berlin zurückkehrte, wollte Julia Dixon eigentlich Journalistin werden. Bei der Deutschen Welle in Köln berichtete sie der Welt, wie es ist, in Deutschland zu leben. Heute begeistert die 50-jährige Troisdorferin von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) Arbeitnehmer aus anderen Ländern für Deutschland. Als Teamleiterin des Internationalen Personalservices  sucht sie mit ihren Kollegen Krankenschwestern, Altenpfleger und Ärzte vorrangig in Spanien, Griechenland und Portugal für den deutschen Arbeitsmarkt. Rund 1.200 Interessenten werden zurzeit im Bewerberpool betreut.
„Es handelt sich um Menschen, die bereit sind, für einen Arbeitsplatz ihre Familie, ihre Freunde, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen“, sagt Dixon. Dabei muss sie die Regeln der Europäischen Arbeitsvermittlung EURES beachten: Nur wenn im Partnerland ein Fachkräfteüberschuss herrscht, dürfen die Arbeitsvermittler anderer Staaten Interessenten anfragen. Ansprechpartner für die Arbeitgeber sind die Mitarbeiter des Arbeitgeber-Services vor Ort – Julia Dixon und ihre Mitarbeiter beraten diese und helfen bei komplizierten Fällen.

Die ZAV handelt im Rahmen des Projekts „Perspektive 2025 – Fachkräfte für Deutschland“, mit dem die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit zehn Handlungsfeldern auf den demografischen Wandel der Gesellschaft reagiert. Laut Prognosen der Bundesregierung wird das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland bis 2025 um 6,5 Millionen Personen sinken. „Die Arbeit der ZAV ist ein wichtiger Mosaikstein im Gesamtkonzept“, sagt Dixon.

Zwar ist die Bewerberlage derzeit gut, aber deutsche Unternehmer konkurrieren mit Arbeitgebern aus Großbritannien, Skandinavien oder der Schweiz. Dort wie hier können Stellen in der Gesundheitsbranche, bei Ingenieuren und im Hotel- und Gaststättengewerbe nicht mehr besetzt werden. Und noch immer gibt es Hürden, die Bewerber davon abhalten, einen Arbeitsplatz in Deutschland anzunehmen: die Sprache, die Bürokratie, die mangelnde Kinderbetreuung. Deshalb müssen Arbeitgeber sensibilisiert werden und Anreize schaffen für die Interessenten aus anderen Ländern.

„Ich stamme aus einer weltoffenen Familie.“

Julia Dixon

Viele Personalverantwortliche erwarten etwa, dass ihre Bewerber bereits fließend Deutsch sprechen, obwohl Deutsch immer seltener die erste Fremdsprache ist. Julia Dixon muss dann immer wieder Überzeugungsarbeit leisten, dass ein vom Arbeitgeber finanzierter Sprachkurs eine gute Investition ist. „Es wird angesichts des Fachkräftemangels zunehmend wichtiger, dass in den Unternehmen eine Willkommenskultur entsteht.“

Dazu leistet auch die BA wichtige Beiträge. Im Juni 2012 hat sie mit dem Arbeits- und dem Wirtschaftsministerium die Fachkräfte-Offensive gestartet. Teil hiervon ist das Online-Portal www.fachkraefte-offensive.de, mit dem über Potenziale und Perspektiven informiert und zum Handeln aufgerufen wird. Um auch ausländische Fachkräfte zu erreichen, hat eine Arbeitsgruppe, der auch Dixon angehört, das Online-Portal www.make-it-in-germany.com entwickelt, das umfangreiche Informationen zum Leben und Arbeiten in Deutschland bietet. Wie bekomme ich ein Visum? Welche Berufe sind gefragt? Kann ich meine Familie mitbringen? Das sind Fragen, die im Portal leicht verständlich und mit wenigen Klicks beantwortet werden. Mit einem umfassenden Deutschlandporträt soll die Webseite für den Wirtschaftsstandort werben. „Ich selbst habe im Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern immer eine große Offenheit unserer Kultur gegenüber erfahren“, sagt Dixon: „Ich möchte deshalb helfen, dass sich Menschen aus anderen Ländern auch bei uns Willkommen fühlen.“

Rausgehen, abschalten, spielen: Julia Dixon mit ihrem Hund Hercules.
© Mareike Föcking

Rausgehen, abschalten, spielen: Julia Dixon mit ihrem Hund Hercules.

Profil

Julia Dixon

Im Job
Als Mitarbeiterin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ist Julia Dixon gut vernetzt mit den Arbeitsverwaltungen anderer europäischer Staaten. Aber nicht alle Fragen lassen sich via Internet klären. Deshalb ist Julia Dixon viel unterwegs: Bei regelmäßigen Treffen mit Vertretern der europäischen Partnerländer werden gemeinsame Standards verhandelt, Rekrutierungsprojekte vereinbart und persönliche Kontakte geknüpft.

Nach der Arbeit
„Ich stamme aus einer weltoffenen Familie“, sagt Julia Dixon. Schon von ihrem Vater lernte sie, wie bereichernd es sein kann, wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen: Der Chefarzt war Vorstand eines Vereins, der in Indien, Afrika und auf den Philippinen neue Strukturen für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufbaute. „Das hat mich geprägt“, sagt Dixon. Während ihres Magister-Studiums in Berlin arbeitete sie als Musikmanagerin mit Künstlern aus Afrika, Südamerika und der Karibik zusammen und freut sich heute über ihren internationalen Freundeskreis, für den leider viel zu wenig Zeit bleibt. Von ihrem anstrengenden Arbeitsalltag erholt sie sich am liebsten mit Lesen und langen Spaziergängen mit ihrem Hund.

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Titelfoto: © Mareike Föcking

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