Hirnforscher Gerald Hüther stellt sich den Fragen der Faktor-A-Leser zum Thema Führung

Füh­rung

Ih­re Fra­gen an Ge­rald Hüt­her

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Wie motiviere ich meine Mitarbeiter? Wie kann ich Ideen fördern? Ist mein Führungsstil passend? Stellen Sie die brennenden Fragen aus Ihrem Arbeitsalltag als Führungskraft einem Experten: Hirnforscher Gerald Hüther.

Was neuroplastische Botenstoffe und Nervenzellverschaltung mit einem guten Führungsstil zu tun haben? Sehr viel, wie Gerald Hüther weiß. Der Göttinger Neurobiologe forscht seit vielen Jahren über die Wirkung, die Lob und Bestrafung auf das menschliche Gehirn haben. Seine Erkenntnisse macht er in Büchern und Vorträgen verständlich und setzt sie in Verbindung mit unserem Arbeitsalltag. Hüthers Tipps sind vor allem für Klein- und Mittelbetriebe brauchbar, da schon kleine Änderungen beim Führungsverhalten große kreative Kräfte bei Mitarbeitern freisetzen können.

Bestimmt haben Sie sich auch schon häufiger gefragt, was Sie als Führungskraft schon gut und was noch besser machen könnten. Vielen Dank für Ihre wertvollen Erfahrungen und Fragen! Wir haben Gerald Hüther damit konfrontiert, im Interview antwortet er ausführlich darauf.

Die Antworten von Gerald Hüther finden Sie als kurze Videos im Artikel „Wie man Mitarbeiter motiviert“. Gleich lesen!

13
Kommentare

Meine Frage an Herrn Hüther: Sowohl Hirnforschung als auch gesunder Menschenverstand zeigen, dass Kreativität und Leistungsfähigkeit im Job mit Zufriedenheit und persönlichem Wohlbefinden einhergehen. Soweit die Theorie. In der Praxis haben Führungskräfte oft nur wenig Zeit, sich mit dem einzelnen Mitarbeiter und dem Arbeitsumfeld, in dem dieser tätig ist, zu befassen. Wie kann es gelingen, auch bei Zeitknappheit immer das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Blick zu behalten?

Wie motiviert man Mitarbeiter in einem Kleinstunternehmen (KG-Praxis), wo sich die Lohnspirale relativ früh nicht mehr weiter nach oben drehen lässt, wo die Mitarbeiter aber aufgrund der sich stetig verschärfenden Nachwuchssituation in dieser Branche wissen, was sie "wert sind"? Was, außer Geld, motiviert junge Leute bei einer Arbeit, die - verglichen mit anderen Berufen - schlecht bezahlt wird (bzw. werden kann) und für einen Angestellten in einer Praxis kaum Aufstiegschancen bietet?

Ist es bei dem Thema Motivation nicht die Kunst das man nicht Demotiviert, da man doch davon ausgehen kann das ein Mitarbeiter motiviert sein musste als er sich um die Stelle beworben hat? Sprich die Kunst ist nicht zu demotivieren.
Andererseits ist ein Mitarbeiter auch nicht nur den Einflüssen innerhalb des Betriebes ausgesetzt, die Einfluss auf seine Motivation haben. Auf die hätte man keinen direkten Einfluss. Wenn meine Annahmen richtig wären was wäre Ihre Empfehlung wie man von außen beeinflusste Demotivation dem Mitarbeiter gegenüber begegnet?

Führung beschreibt ja letztlich eine Subjekt-Objekt-Beziehung. D.h. u.a., dass ich als Führender den Mitarbeiter "an die Hand nehmen" sollte. - In meiner Branche, der ambulanten Pflege, ist das nur bedingt möglich: Meine Mitarbeiter sind allein bei unseren Kunden: Ich kann sie dort nicht unmittelbar an die Hand nehmen. Es müsste mir also gelingen, die Prinzipien, an denen sich unsere Arbeit aus meiner Sicht orientieren sollte, in die Köpfe meiner Mitarbeiter zu pflanzen, damit Führung vor Ort ohne meine unmittelbare Anwesenheit gelingen kann.
Wie schaffe ich es also, Führung für die Mitarbeiter so erlebbar zu machen, dass
1. sie sich gehalten und Richtung gebend orientiert fühlen,
2. meine Mitarbeiter die Prinzipien, an denen ich die Arbeit meines Betriebes ausgerichtet wissen möchte, als ihre eigenen wahrnehmen, so dass
3. meine Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie sich selbst führen?

Unser Familienunternehmen hat (noch) eine schöne überschaubare Größe von 60 MA. Bei bis zu 30 MA konnte ich meine MA noch alle persönlich oder mit Aktionen /Angeboten erreichen. Eine gute Stimmung war leichter zu halten und es war selbstverständlich, dass der MA von sich aus mit anpackt und mitzieht. Jetzt gibt es immer mehr MA - nicht nur die Y-Gen. - , die gerne nörgeln oder eine schlechte Laune verbreiten. Es gibt bei diesen Mitarbeitern - auch bei ansich guten Dingen - immer was zu meckern. Und eine andere Sache fällt mir auf: es gibt MA, die sich simmer wieder mal mit anderen Dinge beschäftigen, die nicht in deren Aufgabengebiet liegen. Eigentlich sollte man selbst so viel eigene todos auf den Tisch haben, auf die man sich konzentriert. Weder als Teamleiter noch als Geschäftsleitung hat man das Gefühl, an diese innere Einstellung ranzukommen. Ich habe das Gefühl, je mehr man als AG für das so oft umworbene Wohlbefinden der MA sorgt, desto bequemer und unzufriedener werden die Menschen. Ich freue mich und bin gespannt auf Ihre Antworten (auch zu den anderen obigen Kommentaren :-)

Die Zukunft liegt in der Zukunft - die Zeit ist schnelllebig und einige Unternehmen sind schon lange auf der Überholspur. Menschen machen Unternehmen aus. Was bedeutet Demografie, Digitalisierung und Globalisierung. Kann ich kreative Mitarbeiter abholen im Zeitalter der Digitalisierung und welche neuen Herausforderungen wird es geben. Der Markt ändert sich und so tritt auch in den Unternehmen im Denken ein Generationswechsel ein und das hat nichts mit dem Alter zu tun.
Wie werden alle mitgenommen - beispielsweise auch diejenigen deren digitaler Alltag noch wenig digital ist. ... oder deren Erwartung an Führung mit Kontrolle, Vorgaben und Macht zu tun hat. Einzigartigkeit der Unternehmen liegt nicht in Wort und Schrift und deren Auftritt sondern in den Menschen. Das zu begleiten, gemeinsam zu gestalten, braucht Neudenker mit einer gewissen Lebenserfahrung und das Umdenken ist Herausforderung - nur wie? Hier gibt es nicht immer die Überholspur.

Wir sind ein Inhaber-geführtes technisches Büro mit vielen hochtechnisch ausgebildeten Mitarbeitern. Unser Inhaber/Geschäftsführer möchte gern Verantwortung abgeben und fordert immer wieder Mut von den Mitarbeitern ein, Veranwortung zu übernehmen. Gleichzeitig sagt er dazu, dass Fehler als Chance begriffen werden müssen und keine Angst entstehen darf, welche zu machen, um sich nicht selbst auszubremsen. Auch hat er unserem Team mit einem Kreativ-Raum (ein echter Raum zum kreativen Denken und Arbeiten) einen realen Freiraum geschaffen, auch um Aufgaben mal auf andere Art & Weise anzugehen als immer nur in der gewohnten Weise am Schreibtisch.
Nun kommen die Mitarbeiter dennoch nicht aus der Deckung und zögern oder weigern sich geradezu, Verantwortung zu übernehmen. Und das, obwohl sie nahezu an die Hand genommen werden. Sie verlangen dann nach "standardisierten Strukturen" oder "ordentlichen Proezessabläufen"... Aber das sollte doch nur schmückendes Beiwerk und nicht die Grundlage von Entscheidungwegen sein. Zumal wir bereits Strukturen und Prozesse entwickelt und etabliert haben, bis hin zur ISO Zertifizierung...
Was können wir tun, damit die angebotene Freiheit zur Mitentscheidung / Verantwortungsübernahme auch angenommen wird?

Hallo Herr Hüther,
ein Team zusammenzuführen ist schon eine komplizierte Angelegenheit, wem sage ich das. Da gibt es viele unterschiedliche individuelle Persönlichkeiten zu bedenken. Das Schöne bei uns ist: die meisten Mitarbeiter wollen gern in einer freundlichen Atmosphäre ihr Bestes geben, stehen voll hinter dem Unternehmen und leisten hochmotiviert hervorragende Arbeit. In jeder Gruppe ist leider immer wieder wenigstens eine Person dabei, die sich nicht integriert, folglich sich nicht integriert fühlt. So meine Erfahrung aus verschiedenen Führungsaufgaben. Wie motiviere ich einen notorischen Schwarzseher, der nur Kritik vermerkt und Lob als selbstverständlich wegsteckt, der davon überzeugt ist, dass er der Einzige ist der gute Arbeit leistet, seine Kollegen für Drückeberger und Lohnempfänger hält?

Liebe Faktor-A-LeserInnen! Vielen Dank für die zahlreichen und interessanten Fragen. Wir werden sie Gerald Hüther beim Interview Mitte Mai stellen und seine Antworten im Anschluss hier auf faktor-a.info veröffentlichen.

Meine Frage an Herrn Hüther: Führungskultur und Führung -> wie kann eine einzelne Führungskraft auf die Führungskultur im Unternehmen Einfluss nehmen?

Hallo! Wann kann man denn mit der Beantwortung / Reaktion auf die Komentare rechnen? Mitte Mai ist ja nun schon lange vorbei...

dito. ... Hallo! Wann kann man denn mit der Beantwortung / Reaktion auf die Komentare rechnen? Mitte Mai ist ja nun schon lange vorbei...

Liebe Nutzer, vielen Dank für Ihre Geduld. Die Antworten auf Ihre Fragen finden Sie ab sofort unter faktor-a.info/richtig-fuehren/gerald-huether-mitarbeiter-motivieren/. Die Serie wird laufend ergänzt!

Teilen Sie Ihre Meinung zum Thema und Erfahrungen aus Ihrem Unternehmen mit anderen Nutzern! Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.