Welcher Chef-Typ sind Sie? Machen Sie den Test!

Selbst­test

Wel­cher Chef-Typ sind Sie?

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Führungsqualität und Wertschätzung im Unternehmen tragen heute wesentlich zum Erfolg bei. Vielleicht stellen Sie sich selbst in der einen oder anderen Situation die entscheidende Frage: „Was für ein Chef bin ich?“ Antworten gibt unser Selbsttest.

In manchen Unternehmen herrscht immer noch die jahrzehntealte Kultur von Befehl und Gehorsam. Immer mehr Chefs aber haben erkannt, dass sich etwas ändern muss. Sie sorgen für ein Klima, in dem sie mit ihren Kollegen vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Anspruch und Wirklichkeit klaffen dabei mitunter noch weit auseinander. Mit ein paar Fragen kommen Sie sich schnell selbst auf die Spur: Welcher Typ Chef sind Sie?


1. Ein Präsentationstermin bei einem wichtigen Kunden steht an. Ihr wichtigster Mitarbeiter meldet sich krank, die Piloten streiken, und der Rechner stürzt ständig ab. Bleiben Sie gelassen?

  1. Nichts bringt mich aus der Ruhe.
  2. Fast nichts. Der Streik war zu viel.
  3. Wenn es so dick kommt, kann ich schon mal explodieren.
  4. Wie soll man denn, bitte, in einer solchen Situation als Chef ruhig bleiben?

2. Bei dem Termin entpuppt sich ein bislang unauffälliger Mitarbeiter überraschend als eloquenter Experte, der den Termin rettet. Loben Sie ihn und geben ihm Anerkennung?

  1. Noch im Aufzug nach dem Termin lobe ich ihn vor allen Kollegen.
  2. Ich warte auf einen günstigen Moment und lobe ihn dann unter vier Augen.
  3. Er hat seinen Job gemacht, dafür wird er bezahlt. Wenn es besonders gut läuft, erwähne ich das auch mal.
  4. Nicht geschimpft ist gelobt genug.

3. Im Nachhinein stellt sich heraus: Der Computer stürzte wegen eines Bedienfehlers ab, den Sie zu verantworten haben. Geben Sie den Fehler öffentlich zu?

  1. Sofort – und zwar noch beim Kunden.
  2. Wenn die Gelegenheit günstig ist, erwähne ich den Fehler.
  3. Nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt.
  4. Fehler? Ich bin hier der Chef. Ohne mich hätte es den Termin gar nicht gegeben.

4. Wie sich herausstellt, hat der stille Mitarbeiter noch mehr Fähigkeiten, die nur nie abgerufen werden. Kennen und fördern Sie die Stärken Ihrer Mitarbeiter?

  1. Ich versuche in regelmäßigen Gesprächen Potenziale zu identifizieren.
  2. Wenn jemand positiv auffällt, rufe ich ihn zu mir und gebe ihm neue Aufgaben.
  3. Wer etwas gut kann, kann auf eigene Initiative zu mir kommen, um neue Aufgaben übertragen zu bekommen.
  4. Im Job gilt: Klappern gehört zum Handwerk. Wer sich nicht profiliert, der hat schon.

5. Von den meisten Ihrer Mitarbeiter kennen Sie den Vornamen und das ungefähre Alter. Aber wissen Sie, in welchen Familienverhältnisse Ihre Mitarbeiter leben?

  1. Ja, ich schreibe mir zu jedem engen Mitarbeiter ein paar Details auf.
  2. Ich versuche mir den Namen der Ehefrau oder des Partners zu merken.
  3. Wenn es sich ergibt, frage ich danach.
  4. Nein, Job ist Job, und privat ist privat.

6. Bei der Weihnachtsfeier spielt zu Ihrer großen Überraschung einer Ihrer Mitarbeiter als Alleinunterhalter Klavier. Kennen Sie die Hobbys und Interessen Ihrer Mitarbeiter?

  1. Wir haben ein Gesetz: In der Kantine nur Privates. So erfahre ich einiges über die Mitarbeiter.
  2. Wenn es sich zufällig ergibt, frage ich auch mal was Privates.
  3. Nein, und sie interessieren mich auch nicht, solange sie uns im Job nicht weiterbringen.

7. Nach der fast schiefgegangenen Präsentation (Frage 1) bekommen Sie den Auftrag, Ihr Kunde ist begeistert, die Zukunft Ihrer Firma gerettet. Können Sie Ihre Begeisterung auf Ihre Mitarbeiter übertragen?

  1. Ja, mein Team und ich gehen gemeinsam durch dick und dünn. Wenn uns etwas gelingt, ist geteilte Freude doppelte Freude.
  2. Wenn etwas außergewöhnlich Gutes passiert, spendiere ich mal eine Flasche Sekt.
  3. Nicht jeder Erfolg muss gefeiert werden.
  4. Arbeit ist der Austausch von Zeit und Geld. Emotionen bringen uns geschäftlich nicht weiter.
© Orlando Hoetzel Chef über den Wolken, Kollegen an der Arbeit: So kann Führung nicht gelingen.

Trauen Sie sich! Führen kann Spass machen

Ihre Führungskompetenz ist ausbaufähig. Nehmen Sie sich ab sofort Zeit, Ihre Mitarbeiter kennenzulernen. Bemühen Sie sich, andere Menschen aus deren Sicht zu verstehen. Bemühen Sie sich, andere Menschen so zu behandeln, wie Sie gern selbst behandelt werden möchten. Sie müssen Ihren Mitarbeitern möglichst viele Gelegenheiten bieten, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und mitzudenken, dann folgen sie Ihnen gerne. Die Ergebnisse werden Ihnen recht geben.

© Orlando Hoetzel Erklären, zuhören, Lösungen suchen – damit Führung kein Eiertanz wird.

Sie begreifen Führung als Aufgabe, zögern aber manchmal noch

Sie liegen mit Ihrer Punktzahl im Mittelfeld. Vieles machen Sie richtig, Sie misstrauen aber immer wieder Ihren Instinkten. Trauen Sie sich, auf Ihre Mitarbeiter offen zuzugehen. Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Mitarbeiter mit positiver Einstellung anzustecken, werden Sie auch noch bessere Ergebnisse erzielen. „Damit Menschen wirklich gut sind in dem, was sie tun, muss ihnen die Aufgabe Spaß machen“, sagt Führungsexperte Gerald Hüther

© Orlando Hoetzel Gute Führung heißt, gemeinsam aufwärts zu streben.

Aktive Führung bereitet Ihnen Freude

Sie haben ein gutes Ergebnis erzielt. Ihre Mitarbeiter werden dankbar sein, einen Chef zu haben, der ihre Belange kennt, vertritt und auf sie eingeht. „Das menschliche Gehirn ist für kreatives Problemlösen optimiert, nicht zum Abarbeiten von Routine“, sagt auch Hirnforscher Gerald Hüther. „Allzu leicht verlieren Mitarbeiter ihre Freude am kreativen Problemlösen. Das passiert überall dort, wo versucht wird, vorhandene Ressourcen bis zum Letzten auszunutzen, wo Angst geschürt, Druck gemacht, genau vorgeschrieben und kontrolliert wird.“

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Kommentare

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Ergebnis?

Wenn nicht, dann lesen Sie doch mal hier weiter:

http://faktor-a.arbeitsagentur.de/richtig-fuehren/soft-skills-fuer-fuehrungskraefte/

Ich finde das Ergebnis gut und bestätigt mich in meiner Ansicht, dass JEDE/R MitarbeiterIn Wert zu schätzen ist, egal ob Reinigungskraft oder Führungskraft. Auch ein "offenes Ohr" für die Sorgen und Nöte der MitarbeiterInnen ist notwendig. Dies wird auch als "Gutmütigkeit" bezeichnet und ist, wie ich bereits zum zweiten Mal erfahren musste, als Eigenschaft bei Führungspersonen nicht erwünscht - weder in einem Industriebetrieb, noch in einem Kloster!
Mit freundlichen Grüßen
Agathe Peller

Der Chef, der Mitarbeiter, der Kollege, der Kunde...
wenn ich hier immer nur die männliche Form lese, werde ich sauer.

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Jochen Brenner
Titelfoto: © Orlando Hoetzel