Der demografische Wandel erfordert von Betrieben ein Umdenken.

Zu­kunfts­fä­hi­ge Per­so­nal­po­li­tik

Der de­mo­gra­fi­sche Wan­del am Ar­beits­platz

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A

Der demografische Wandel stellt viele Unternehmen vor große Schwierigkeiten. Wie ist dem zu begegnen? Fünf Fragen an Peer-Oliver Villwock, Leiter des Referats „Zukunftsgerechte Gestaltung der Arbeitswelt“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Peer-Oliver Villbock vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales
© Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Peer-Oliver Villbock ist Experte zum Thema "Zukunftsgerechte Gestaltung der Arbeitswelt".

Faktor A: Was ist das Ziel der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)?
Peer-Oliver Villwock: Die Initiative Neue Qualität der Arbeit gibt es seit 2002. Sie wird gemeinsam getragen von Bund, Ländern, Sozialversicherungsträgern, Sozialpartnern, Kammern und Stiftungen. Unser Ziel: eine bessere Arbeitsqualität als Voraussetzung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft am Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir wollen aber auch dazu beitragen, dass die Unternehmen sich schon jetzt auf den demografischen Wandel vorbereiten, indem sie beginnen, eine  zukunftsfähige Personalpolitik zu betreiben.

Was zeichnet ein wettbewerbsfähiges Unternehmen der Zukunft aus?
Ein Unternehmen der Zukunft steht auf vier tragenden Säulen. Die erste Säule heißt gute Personalführung. Bei der zweiten Säule – Chancengleichheit und Diversity – geht es um die Zusammenarbeit einer unterschiedlich alten und sowohl kulturell als auch religiös vielschichtigen Belegschaft, aber auch um die Frage von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern und um familiengerechte Arbeitsbedingungen. Die dritte Säule ist der Bereich Gesundheit. Ziel ist es, Arbeitsbedingungen herzustellen, die den einzelnen und das Unternehmen in die Lage versetzen, gesund zu bleiben. Die vierte und letzte Säule heißt  Kompetenz. Da geht es um lebenslanges Lernen, aber auch um die Frage des Wissenstransfers an die nächste Generation.

Können ratsuchende Unternehmer sich direkt an die Initiative wenden?
Wir fördern Projekte und Netzwerke, wie zum Beispiel das Demografie-Netzwerk oder das KMU-Kompetenznetzwerk. An die kann man sich wenden. Bisher hat die Initiative Neue Qualität der Arbeit damit rund 3.000 Unternehmen mit mehr als drei Millionen Beschäftigten erreicht. Zusammen mit dem Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit, aber auch durch Kooperation mit weiteren Partnern, wollen wir unsere Angebote noch bekannter machen.

Sie setzen auf die Vernetzung kleiner und mittelständischer Unternehmen. Warum?
Weil die Betriebe voneinander lernen können. Es geht uns nicht darum, dass sich hier selbsternannte Experten hinsetzen, die von der Realität nur wenig Ahnung haben – sondern wir wollen die Unternehmen dabei unterstützen, Praxis-Wissen auszutauschen.  Darüber hinaus stellen wir bereits praxiserprobte Instrumente, Werkzeuge und Methoden bereit, die sowohl von den Sozialpartnern, Kammern, Sozialversicherungs­trägern als auch dem Bund und den Ländern für gut befunden mitgetragen und vielfach sogar mitentwickelt wurden.

Auf Ihrer Internetseite kann man einen Unternehmenscheck machen. Was bringt das?
Der INQA-Unternehmenscheck orientiert sich ganz konkret am Bedarf von kleinen und mittelständischen Unternehmen als Selbstcheck-Tool. Man muss natürlich ehrlich sein, wenn man daran teilnimmt, sonst bringt das nichts. Am Ende kann man ganz individuell feststellen: Wo habe ich Handlungsbedarf, wo muss ich meine Schwerpunkte setzen? Später können sie in einer Beraterdatenbank Ansprechpartner finden, die Ihnen mit Ihren speziellen Problemen helfen können.

Service

Was ist INQA?
„Zukunft sichern, Arbeit gestalten“, so heißt das Motto der Initiative Neue Qualität der Arbeit. Seit 2002 setzt sich die gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Sozialversicherungsträgern, Sozialpartnern und Stiftungen für eine neue Qualität der Arbeit ein. Wie kann Arbeit für Unternehmen rentabel und für Beschäftigte gesund, motivierend und attraktiv gestaltet werden? Im Faktor-A-Interview beantwortet Peer-Oliver Villwock vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales die wichtigsten Fragen.

Sind Sie ein guter Mittelständler?
Welches sind die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens? Der Unternehmenscheck der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) orientiert sich ganz konkret am Bedarf von kleinen und mittelständischen Unternehmen: Wo habe ich Handlungsbedarf, wo muss ich meine Schwerpunkte setzen? Im Anschluss kann man in einer Beraterdatenbank Ansprechpartner finden, die bei Problemen helfen können.

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Anja Peters