Küche und Kaffeelounge bei CMS Berlin

Büro- und Arbeitsplatzgestaltung

CMS Hasche Sigle: ein Ort der Begegnung

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Mein Faktor A
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Ralf Tiedtke, Geschäftsführer des Büroeinrichters designfunktion, zeigt die besondere Art der Arbeitsplatzgestaltung bei der Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle in Berlin.

Die international tätige Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle berät mittelständische Firmen und Großunternehmen. Für ihre „CMS Smart Operations“-Einheit, die sich um die Digitalisierung von Daten sowie Automatisierung von Standardabläufen kümmert, mietete die Anwaltssozietät 2018 auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg 650 Quadratmeter Bürofläche an. Mit der Planung und Umsetzung beauftragte die Kanzlei das Planungs- und Einrichtungsunternehmen designfunktion, das für das Projekt mit dem Architekten Bjørn Hoffmann zusammenarbeitete. Ihre Aufgabe: Entwurf einer offenen Bürostruktur mit Start-up-Charakter für 40 Mitarbeiter, die zugleich die digitale Transformation in der Rechtsberatung visualisiert.

Faktor-A-Serie

Das ideale Büro

Weniger Fluktuation, mehr Bewerber, größerer Umsatz – eine gelungene Arbeitsplatzgestaltung kann viele positive Wirkungen haben. In unserer vierteiligen Serie „Das ideale Büro“ zeigen wir Unternehmen, die sich intensiv mit ihrer Büroeinrichtung auseinandergesetzt haben:

Gestaltung Eingangsbereich Büro CMS
© AKIM photography

Der Eingangsbereich

Gleich beim Betreten des Büros stehen Besucher vor dem Signature Piece des Digital-Teams von CMS: eine 8,6 Meter lange und 2,5 Meter hohe Shutterwand aus Holzlamellen. Zu sehen sind zunächst nur drei Silhouetten. Doch beim Weitergehen in die offene Lounge verwandeln sie sich in sechs Mitarbeiter-Porträts und lösen sich anschließend in das CMS-Logo auf. Die Idee des Architekten Bjørn Hoffmann: unterschiedliche Perspektiven auf unterschiedliche Weise sinnlich erfahrbar werden lassen. „Der Eingangsbereich wirkt interaktiv und lädt Besucher dazu ein, den Raum aus verschiedenen Blickwinkeln zu erkunden.“ Im angrenzenden kleinen Loungebereich können sich Mitarbeiter mit ihren Besuchern oder einem Laptop zurückziehen.

Gestaltung der Workshop-Zone bei CMS
© AKIM photography

Workshop-Zone

An den Eingangsbereich schließt eine offene Zone an – „der Raum für Kommunikation“, so Ralf Tiedtke, Geschäftsführer von designfunktion Berlin. „Hier gibt es die Möglichkeit für Workshops, agiles Arbeiten oder zum Telefonieren.“ Bevor sein Team die ersten Ideen zur Gestaltung der 650 Quadratmeter großen Fläche entwickelte, wurden die Ziele und Anforderungen des Projekts in Workshops und einer Mitarbeiterbefragung erarbeitet. Ergebnis: Die Wirtschaftsjuristen wünschten sich Möglichkeiten zur Kommunikation, die Legal-Tech-Spezialisten hingegen Räume für konzentriertes Arbeiten. So entstand ein Multi-Space, der sowohl Interaktion als auch Rückzug zulässt, Agilität ebenso wie Entspannung. Und die stapelbaren Pixel-Boxen lassen sich dafür in immer neuen Kombinationen stapeln und zusammenstellen.

Gestaltung Küche und Kaffeelounge bei CMS
© AKIM photography

Küche und Kaffeelounge

Teil der Workshop-Zone ist die 20 Quadratmeter große, offene Kaffeelounge. Sie bietet viel Raum für gemeinsame Mahlzeiten, Kaffeepausen und informelle Meetings. „Eine Küche kann ein Treffpunkt und ein Ort der Begegnung sein“, sagt Ralf Tiedtke. „Doch dafür muss sie eine bestimmte Qualität haben. Sonst holt man sich nur einen Kaffee und geht wieder.“

Gestaltung Essbereich CMS
© AKIM photography

Essbereich

Ein stattlicher weißer Esstisch sowie zartblaue Eames Chairs, ein Stuhl-Designklassiker, laden zur Nutzung der großzügigen Küche ein. Die von der Decke hängenden Akustikelemente dämpfen sämtliche Geräusche, sodass sich Mittagspäusler, Laptop-Nutzer und Telefonierer nicht gegenseitig stören.

Gestaltung Arbeitsplatz CMS
© AKIM photography

Arbeitsplätze und Besprechungsräume

„Jeder Mitarbeiter hat einen festen Schreibtisch auf der offenen Arbeitsfläche“, erzählt Ralf Tiedtke. Dort solle – so eine gemeinsame Vereinbarung – nach Möglichkeit nicht telefoniert werden; schließlich gebe es genug Rückzugsmöglichkeiten. Als Blickfang zwischen den Besprechungskuben blitzen die „Goldstücke“ hervor – goldfarben lackierte Schließfächer für die persönlichen Gegenstände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gestaltung Besprechungsräume CMS Berlin
© AKIM photography

Konferenz- und Besprechungsraum

Der Flatscreen in diesem verglasten Raum wird vor allem für Videokonferenzen mit Kollegen anderer Standorte genutzt. Aber der Konferenzraum bietet sich auch als Rückzugsmöglichkeit für Besprechungen in kleinen Teams an.

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Gute Kommunikation und Transparenz erreicht man in einem Großraumbüro.

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Kommentare

Konzentration geht im Großraum verloren. In den heutigen wissensorientierten Arbeitstätigkeiten ist Konzentration unerlässlich. Dazu gibt es klare Studien und außerdem hochinteressante Bücher. Ich benenne zwei:
* Susan Cain "Still - Die Kraft der Introvertierten" (engl. Untertitel "... in a world that can't stop talking" und
* Cal Newport "Konzentriert arbeiten - Regeln für eine Welt voller Ablenkungen".
Wer konzentriert alleine arbeiten kann - was gelegentliche (!) Gruppenarbeit nicht ausschließt - bringt viel mehr Leistung.

Die im Artikel vorgestellten offenen Konzepte wären ein totaler Rückschritt in einer Arbeitswelt, wo die Informationen über die Notwendigkeit zu konzentrierter, effektiver Einzelarbeit schon vorliegen!

Kommunikation ja - aber nur, wenn erforderlich und erwünscht und nicht ständig und ungefragt, wie dies bei den modernen offenen Bürokonzepten als Grundsatz gestaltet wird.
Bei der heutigen Vielfalt der Informationskanäle ist die zeitnahe und sinnvolle Nutzung derselben schon schwierig genug.
Die Quittung für die "tolle, moderne" Arbeitsumgebung mit ihren ergonomischen Defiziten kommt meist nicht sofort - aber sie kommt.
Menschen, die glauben, sie brauchen nur ein Laptop und Smartphone statt ergonomischem Bildschirmarbeitsplatz und ordentlichem Telefon, merken in der Regel nur (noch) nicht, was sie sich und ihrem Körper antun. Ob mit diesen unergonomischen Arbeitsmitteln letztlich überhaupt wirklich ein überdurchschnittliches Arbeitsergebnis erzielt wird, stelle ich doch sehr in Frage. Langfristig ist dies jedenfalls im besten Fall unvernünftig.

Die Frage ist, ob und in welchem Umfang solche Konzepte überhaupt angenommen werden. Und wie die eigentlichen Arbeitsplätze ausschauen, nicht nur die "Orte der Begegnungen". Möchte man intensiv diskutieren, wird das nicht im offenen "Ort der Begegnung"passieren. Wer sich "traut", den "Ort der Begenung" für eine Tasse Kaffee ohne Begegnungen zu verwenden, wird schnell schräg angesehen: Der/die macht ja schon wieder Pause... Ist es eine Gruppe, die informell miteinander spricht, wird genauso geargwöhnt.

Fast nie werden Mitarbeiter bei solchen Planungen einbezogen, weshalb die Konzepte oftmals "versanden" und sich überall, nur nicht an den designierten "Orten der Begegnung" getroffen wird. Es entsteht der Eindruck, dass es nette (und oftmals teure) Reißbrettideen sind, die umgesetzt werden, nicht aber praktikable, alltagstaugliche Gestaltung, die auch wirklich genutzt wird.

Mehr geschätzt wird m.E. ein Arbeitsplatz, der konzentriertes Arbeiten ermöglicht, in Kombination mit Homeoffice und flexibler Arbeitszeit. Doch damit tun sich auch und gerade Großkanzleien schwer.

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Antonia Kemper
Titelfoto: © AKIM photography

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