Unternehmen nach Corona

Faktor-A-Podcast

Was kommt nach Corona?

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A
Zum Lesen scrollen

Ja, es gibt eine Welt nach Corona. Aber wie kann die für Unternehmen aussehen?
Und wie können Unternehmer Szenarien entwickeln, die ihnen aus der Krise helfen? Leadership-Experte Günther Wagner zeigt in unserem Podcast auf, wie man Ängste und Stress hinter sich lässt, ohne Scheuklappen denkt und neue, kreative Ansätze findet.

Selten waren die Herausforderungen für Unternehmer so groß wie jetzt. „Rund 25 Prozent der Unternehmer und Unternehmerinnen stehen vor erheblichen finanziellen Problemen“, sagt Günther Wagner, Experte für Leadership und Führung von virtuellen Teams. Da wird die Frage, wie man aus der Krise rauskommt, zu einem existenziellen Problem. Für sich und für die Mitarbeiter. Aber wie schafft man es, in einer solchen Situation frei zu denken? Ohne Stress und Angst ein gelöstes Zukunftsbild zu entwickeln, das einem dabei hilft, die Zeit nach Corona für das Unternehmen optimal zu gestalten?

Das Undenkbare denken

Günther Wagner rät zu einem Gedankenspiel: einer Reise in die Zukunft. „Versetzen Sie sich ins Frühjahr 2021, vielleicht in den Mai“, sagt Wagner. „Wir sitzen gemeinsam in einem Café in der Sonne und reden darüber, wo wir jetzt stehen. Was können wir rückblickend auf die Krise sagen? Was können wir daraus gelernt haben? Und dann kreieren wir ein Bild: ohne Tabus, offen, wie ein Künstler.“

Wieso? Weil man nur so das Undenkbare denken kann, frei ist im Kopf – ohne diese stressbehaftete, verengte Sichtweise und den Scheuklappenblick, den wir in Angstsituationen aufsetzen. In der Zukunft haben wir die Hindernisse ja schon gemeistert und den Stress hinter uns gelassen. Dieses Erfolgsgefühl nutzen wir. „Und aus dieser Perspektive schauen wir zurück und überlegen uns: Welche Schritte müsste man gegangen sein, um da anzukommen, wo wir jetzt sind“, erklärt Wagner. „Regnose“ nennt sich diese Technik. „Sie ist ein Wirklichkeitstraum – und das Gegenteil der Prognose.“

Eine weitere Technik, die Wagner gerne einsetzt, ist die idiolektische Gesprächsführung. „Wenn wir über unser unternehmerisches Handeln reden, etwa, dass wir um Marktanteile kämpfen, ähnelt das oft einer Kriegssprache“, sagt Wagner. „Die müssen wir ablegen, ganz bewusst.“ Sobald man sich in anderen Sprachmustern bewegt, entstehen im Hirn neue Gedanken. Manchmal hilft es zusätzlich, sich ein Bild vorzustellen: etwa von der letzten Bergbesteigung oder einem Segeltörn. „Dabei ruft der Kopf ganz automatisch Dinge ab, an die wir anknüpfen können.“

© t.mardo

Günther Wagner hat sein Leben immer wieder umgekrempelt – und das Leben ihn. Erst war er Offizier der Luftstreitkräfte in der ehemaligen DDR und wurde dort ausgebildet, Krisenszenarien zu entwickeln und zu durchleben. Dann kam er im realen Kapitalismus an, arbeitete in unterschiedlichen Unternehmen in der Finanzwirtschaft. Nach dem Tsunami zog es ihn für vier Jahre nach Sri Lanka, wo er Hilfsprojekte leitete. Jetzt berät er Unternehmen und Führungskräfte.

Aber funktionieren diese Techniken in jedem Betrieb?

Ja, meint Wagner. Vom Start-up bis zur Organisation mit einer Altersstruktur 50 plus hat er schon mit diesen Techniken gearbeitet. „Wichtig ist, dass Sie auch danach dranbleiben und einen Prozess aufsetzen, mit dem Sie das Bild umsetzen, das Sie entworfen haben.“

Mehr zu Günther Wagner und seinen spielerischen Ideen hören Sie im Podcast.

Ihre Meinung: Jetzt kommentieren!
Kommentare

Teilen Sie Ihre Meinung zum Thema und Erfahrungen aus Ihrem Unternehmen mit anderen Nutzern! Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.


Sebastian Keil
Titelfoto: © iStock/studiostockart