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Ausbildungsförderung AsA

Durch Assistierte Ausbildung zum Erfolg

Services der Bundesagentur für Arbeit
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Wer Unterstützung bei der Ausbildung von Jugendlichen braucht, kann mit Hilfe von der Arbeitsagentur rechnen. Eine Zahnärztin aus Bremerhaven nahm das Angebot der Assistierten Ausbildung in Anspruch – und ist hochzufrieden mit ihrer neuen Mitarbeiterin.

Birgit Varoga ist immer offen für neue Gesichter in ihrem Team. Sie ist eine der Chefinnen einer Zahnarztpraxis in Bremerhaven und oft auf der Suche nach geeigneten Azubis. „Wie in vielen Branchen tun auch wir uns schwer, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden“, sagt sie. Deshalb tauchen in ihrer Praxis immer wieder junge Menschen auf, die im Rahmen eines Praktikums vor Ort schauen dürfen, ob ihnen der Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten gefällt. Das ist auch für die Arbeitgeberin von Vorteil: „Unser Team erkennt auf diese Weise rasch, ob jemand gut zu uns passt“, sagt sie. Stehen sie nur rum oder beteiligen sie sich an Arbeitsprozessen? Gehen sie in der Pause eigene Wege oder schließen sie sich dem Team an? Auf diesem Weg hat sie Sara Moussa kennengelernt, eine junge Syrerin, die nach einem Praktikum in ihrer Praxis im August 2020 die Ausbildung begonnen hat. Varoga ist hochzufrieden mit der 22-Jährigen. Dabei sprach Sara bei ihrer Ankunft in Deutschland vor wenigen Jahren noch kein Wort Deutsch.

Maßnahmen passen zu den Bedürfnissen

Geholfen hat der jungen Frau beim Einstieg in die Ausbildung die „Assistierte Ausbildung“ (AsA), ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit. Sie richtet sich sowohl an Betriebe als auch an junge Menschen, die auf dem freien Markt nicht fündig werden oder die sich aufgrund privater Problemlagen mit der Ausbildungssuche schwer tun. Ab April 2021 wird AsA mit dem Förderinstrument der Ausbildungsbegleitenden Hilfen (AbH) gebündelt und erweitert. Das Besondere der neu gestalteten AsA: Die Unterstützung ist individuell auf den jeweiligen Bedarf des Teilnehmenden zugeschnitten. Dazu gehören nicht nur zielgerichtete Nachhilfeangebote sondern auch sozialpädagogischen Maßnahmen, etwa Verhaltenstraining oder Konfliktinterventionen.

Die Förderung kann bereits ein halbes Jahr vor Beginn einer Ausbildung in Anspruch genommen werden. In dieser Vorphase erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer Hilfe dabei, sich beruflich zu orientieren, sich zu bewerben und Betriebe zum Hospitieren zu finden. Sie werden von der Vorphase bis zum Abschluss der Maßnahme von einer festen Bezugsperson begleitet. Die Kosten für AsA trägt die Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitserleichterung für die Chefin

In Saras Fall waren es vor allem die fehlenden Deutschkenntnisse, die ihr die Ausbildung erschwerten. Zunächst nahm sie die Maßnahme Ausbildungsbegleitende Hilfen (AbH) in Anspruch – sie erhielt beim örtlichen Bildungsdienstleister A & A Ausbildung und Arbeit Plus regelmäßig Nachhilfe in Fachtheorie und Deutsch. Ihre Chefin erkannte jedoch bald, dass ihre neue Mitarbeiterin über das standardisierte Angebot hinaus Unterstützung braucht, insbesondere beim Schreiben in deutscher Sprache.

Birgit Varoga und Sara Moussa haben Assistierte Ausbildung gemacht
© Birgit Varoga

Birgit Varoga (l.) und Sara Moussa

„Sara muss sowohl Berichte für das Berichtsheft verfassen als auch die zahnärztliche Behandlung dokumentieren können. Hierfür benötigt sie zusätzlich fachspezifische Sprachkenntnisse“, erklärt Birgit Varoga. Daher wurde die Förderung auf die Assistierte Ausbildung (AsA) umgestellt, die stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer ausgerichtet ist und zudem bei Problemen im sozialen, familiären und privaten Bereich Unterstützung bietet. Seitdem erhält Sara freitags nach der Schule Nachhilfestunden, in denen sie in Kleinstgruppen unterrichtet wird. „Wir sind meist zu zweit, oft bin ich auch allein mit der Lehrkraft“, erzählt sie.

AsA: professionelle Hilfe und persönlicher Beistand

Die intensive Förderung trägt Früchte. „Früher verstand ich in der Schule noch nicht einmal die Fragestellung“, erzählt Sara. Dem Unterricht in der Berufsschule kann sie jetzt deutlich besser folgen und eigenständiger Patientenakten führen. Auch ihre Chefinnen haben nun weniger Arbeit. „Es hat mich immer wieder Zeit gekostet, Saras Karteikarteneinträge und Berichte zu überarbeiten“, erzählt Birgit Varoga. „Aber sie macht große Fortschritte.“

Die Unternehmerin kann anderen Betrieben bedingungslos empfehlen, ihrem Beispiel zu folgen und jungen Menschen wie Sara eine Chance zu geben. „Praktika sind eine tolle und unverbindliche Möglichkeit, junge Leute gut kennenzulernen“, stellt Varoga fest. „Und wenn später während der Ausbildung Defizite oder Probleme auftauchen, findet man mit den Angeboten der Arbeitsagentur professionelle Hilfe und persönlichen Beistand.“

Fünf Fragen an Ulrich Eberle

Was genau ist AsA?

Ulrich Eberle ist Fachbereichsleiter Förderinstrumente für Jugendliche und junge Erwachsene bei der Agentur für Arbeit.

Warum werden die Maßnahmen AsA (Assistierte Ausbildung) und AbH (Ausbildungsbegleitende Hilfen) künftig zusammengefasst?

Die beiden Instrumente überschneiden sich stark, und zwar sowohl in ihren Zielen als auch in ihren Inhalten. Die Zusammenlegung hat zum Zweck, unser Förderportfolio übersichtlicher und transparenter zu machen, für den Betrieb und die jungen Menschen. Unsere Angebote werden leichter zugänglich, wenn nicht mehr zwischen zwei Instrumenten unterschieden werden muss.

Was ändert sich für Betriebe konkret durch die Zusammenlegung?

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das altbewährte Instrument AbH durch die Zusammenlegung nicht abgeschafft, sondern überführt wird in die AsA – und neue Optionen hinzukommen. Auch alle Fördermöglichkeiten im Rahmen der bisherigen AsA bleiben erhalten. Mit der Neugestaltung von AsA wird die Unterstützung auf Wunsch stärker ausgerichtet auf den individuellen Unterstützungsbedarf des Jugendlichen. Neu ist auch, dass AsA während der Ausbildung zu jedem Zeitpunkt begonnen und wieder beendet werden kann. Hinzu kommt zudem, dass die Jugendlichen während der Maßnahme von einer festen Bezugsperson begleitet werden. Sie dient auch als fester Ansprechpartner für die Arbeitgeber und kann bei Problemen zwischen beiden Seiten vermitteln.

Ulrich Eberle
© BA

Ulrich Eberle

Welche Zielgruppe kommt für AsA infrage?

Der Kreis wurde deutlich erweitert: Bisher war AsA begrenzt auf sozial benachteiligte oder lernbeeinträchtigte Jugendliche. Beispielsweise musste ein Schulabschluss fehlen, oder der Jugendliche musste psychische oder soziale Probleme haben. Die neue AsA hat viel geringere Hürden. Es reicht, wenn der Berufsberater Leistungsschwächen beobachtet oder der Arbeitgeber feststellt, dass sein Azubi mit dem Berufsschulstoff nicht nachkommt, und damit das Risiko besteht, die Ausbildung nicht erfolgreich abzuschließen.

Welche Erfahrungen haben Betriebe mit den bisherigen Förderinstrumenten AbH und AsA gemacht?

Wir hatten stets eine hohe Nachfrage nach den AbH. Wir bieten das Instrument auch schon lange an, und die Betriebe haben davon kräftig Gebrauch gemacht. Verhaltener war die Nachfrage nach der AsA, weil die Maßnahme noch relativ jung und unter den Betrieben entsprechend weniger bekannt ist. Aber die Betriebe, die davon Gebrauch gemacht haben, waren sehr zufrieden, besonders mit der Lernunterstützung und der Vermittlung bei Konflikten. Das hat unsere Hochschule der Bundesagentur für Arbeit festgestellt, die das Instrument untersucht hat. Dank der AsA sind viele Azubis nach ihrer Ausbildung in dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse eingemündet.

An wen können sich Betriebe wenden, wenn sie der Zielgruppe eine Chance geben wollen oder wenn sie bereits einen Azubi haben, der Hilfe bräuchte?

Erster Ansprechpartner ist immer der Arbeitgeber-Service der Agentur. Dort können Betriebe Bescheid geben, wenn sie bereit sind, dieser Zielgruppe ein unverbindliches Praktikum anzubieten. Dort meldet man sich auch, wenn man im kommenden Sommer Auszubildende einstellen möchte oder für bereits eingestellte Mitarbeiter die AsA in Anspruch nehmen möchte.

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Akiko Lachenmann
Titelfoto: © iStock/fizkes

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