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Employer Branding: was Unternehmen erfolgreich macht

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Employer Branding ist das Fundament für erfolgreiches Recruitment, meint Tim Warszta, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Westküste in Heide. Im Faktor-A-Podcast spricht er darüber, warum es gerade in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger wird, eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen und wieso besonders Mittelständler sich der Aufgabe widmen sollten.

Faktor A Podcast: Tim Warszta über Employer Branding

Seit acht Jahren ist Tim Warszta Professor für Wirtschaftspsychologie an der FH Westküste. Eine seiner Hauptfragen lautet dabei: Wie gewinne ich gute Mitarbeiter? Und eine der Antworten lautet: durch eine starke Arbeitgebermarke.

Wegen des Fachkräftemangels gibt es in einigen Branchen mehr freie Stellen als geeignete Bewerber. Für Unternehmen sei es also umso wichtiger, sich in den Köpfen der potenziellen Arbeitnehmer als bestmöglicher Arbeitgeber zu verankern, meint Tim Warszta. „Mit der Arbeitgebermarke will ich als Unternehmen ein Gefühl vermitteln, wie es ist, bei uns zu arbeiten. Was für Kollegen sind da? Was für Tätigkeiten bieten wir? Was macht unser Unternehmen generell aus und besonders?“, erklärt der Wirtschaftspsychologe.

Aber wie geht das konkret? Warszta nennt drei Schritte für erfolgreiches Employer Branding:

Schritt 1: Authentische Eigenschaften definieren, die das Unternehmen ausmachen – etwa: Hat es eine besonders familienfreundliche Unternehmenskultur? Gibt es kurze Wege? Zahlt es überdurchschnittlich gut?

Schritt 2: Die positiven Eigenschaften anschauen und überlegen: Was interessiert davon die Zielgruppe? Die anderen lässt man rausfallen.

Schritt 3: Den Wettbewerb beobachten: Womit wirbt der? Und auch wieder jene Eigenschaften streichen, die sich doppeln.

Am Ende hat man authentische Eigenschaften isoliert, die die Zielgruppe interessieren und mit denen sich das Unternehmen von der Konkurrenz abheben kann. Und genau das sind die schlagenden Argumente, mit denen man am Arbeitsmarkt punktet und auf sich aufmerksam macht, weil sie einzigartig sind und nur schwer zu imitieren.

„Personalmarketing muss nicht mit Hochglanzbroschüren arbeiten“

Letztendlich müssten die Unternehmen dann nur noch den Kanal wählen, auf dem sie ihre Zielgruppe erreichen, meint Tim Warszta. Junge Menschen etwa auf Messen oder YouTube, ältere etwa über die Kreiszeitung. Davon abgesehen müsse gutes Personalmarketing nicht mit Hochglanzbroschüren oder Internetkampagnen arbeiten, meint Warszta. „Im Prinzip ist jeder Kontakt zu einer potenziellen Zielgruppe die Chance, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Wenn ich ein Handwerksbetrieb bin oder eine Bäckerei, sind alle Kunden, die bei mir reinkommen, Eltern von potenziellen Auszubildenden. Da kann ich meine Verkaufsfläche nutzen, um zu zeigen: Wir sind ein spannender Arbeitgeber!“

Gerade für kleinere oder mittelständische Betriebe wird Employer Branding immer relevanter, da ist sich Tim Warszta sicher. „Weil sie dringend gute Leute für morgen finden müssen, aber häufig den Fokus auf das operative Geschäft legen.“ Die Gewinnung von guten Mitarbeitern sei aber ein strategisches Langläuferthema. Eines, das man erkennen und angehen muss.

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Sebastian Keil
Titelfoto: © FluxFactory/iStock

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