Frau mit VR-Brille

Ide­en­Ex­po Han­no­ver

„Mach doch ein­fach“: MINT-Be­ru­fe zum An­fas­sen

Services der Bundesagentur für Arbeit
Mein Faktor A
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Es ist Europas größtes Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik: die IdeenExpo in Hannover. In vier Hallen luden jüngst 270 Aussteller die 395.000 jugendlichen Besucher zum Mitmachen ein. Eine Mitarbeiterin der Bundesagentur für Arbeit und eine Ausstellerin erzählen, wie sie auf der Messe Jugendliche für die MINT-Berufe begeistern. Und ziehen Bilanz.

Qualifizierten Fachkräftenachwuchs zu finden – gerade in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – gehört heutzutage zu den größten Aufgaben für Unternehmer. Alle zwei Jahre versammeln sie sich auf der IdeenExpo auf dem Messegelände in Hannover, um Jugendliche im Alter zwischen zehn und 25 Jahren zum Mitmachen und Ausprobieren einzuladen.

Interview Andrea Henning

„Hier begeistern sich Jungen und Mädchen gleichermaßen für Technik“

Das Technologieunternehmen ZF Friedrichshafen AG nutzt die IdeenExpo, um technikinteressierte junge Menschen für das Unternehmen zu begeistern. Andrea Henning ist Leiterin des Multidivisionsstandortes Lemförde und in der ZF-Division Fahrwerktechnik verantwortlich für Personal.

Faktor A: Frau Henning, seit wann ist ZF als Aussteller bei der IdeenExpo?

Andrea Henning: „Wir sind bereits von Anfang an – also seit 2007 – auf der IdeenExpo vertreten, denn wir wussten schon damals: Als Arbeitgeber müssen wir auch selbst aktiv werden, den Fachkräftemangel an der Wurzel packen und Jugendliche frühzeitig für Technik und Naturwissenschaften begeistern. Mittlerweile haben wir einen Stand, auf dem wir eine Vielzahl von Mitmach-Exponaten präsentieren können. Das Besondere ist für uns, dass unsere Auszubildenden diese Exponate selbst mitentwickeln und bauen sowie dann auf der IdeenExpo den Jugendlichen Rede und Antwort stehen.

Können Sie ein paar Beispiele der Exponate nennen?

Ein Highlight bei uns am Stand war ein automatisiert fahrendes E-Kart, welches das ZF-Motto „See.Think.Act“ perfekt umsetzt. Das wurde von ZF-Azubis so umgebaut, dass es nach einer ersten Lernfahrt den Parcours automatisiert fährt und der Fahrer sich zurücklehnen kann. Das Exponat „Pick by Light“ stellte einen Montageplatz dar, bei der mithilfe einer interaktiven und mit Licht gesteuerten Bedienerführung ein Auto aus Spielzeugsteinen selbstständig gebaut werden kann. Das Exponat zeigt realitätsnah die gesamte Produktionskette der Industrie 4.0 bis hin zu einer kompletten Vernetzung der Anlage. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, kleine Stoßdämpfer selbst zu bauen und diese dann als Schlüsselanhänger mitzunehmen.

Das klingt sehr vielseitig.

Wichtig ist uns, dass die Besucher erleben können, wie spannend und abwechslungsreich Ausbildungsberufe bei einem Weltkonzern der Mobilitätstechnik sein können. Die IdeenExpo lebt auch davon, dass es nicht den typischen Besucher gibt. Wir haben auf unserem Stand kleine Kinder begrüßt, die einen ersten Eindruck davon bekommen haben, was sie später beruflich machen könnten. Außerdem Jugendliche, die vor der Frage stehen, ob sie weiter zur Schule gehen oder doch eine Lehre machen. Und natürlich Abiturienten, die sich überlegen, was nach der Schule kommt.

Ein Thema auf der IdeenExpo war „Mädchen und MINT“, was Sie auch persönlich unterstützt haben. Sehen Sie da noch Bedarf, Barrieren abzubauen?

Andrea Henning, Pressesprecherin ZF Friedrichshafen AG
© ZF

Andrea Henning

Das Motto der IdeenExpo war „Mach doch einfach“, und wir konnten auf der Messe sehen, dass an den Workshops und den Mitmach-Exponaten alle Besucher aktiv wurden. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen: Alle lassen sich für Technik und Naturwissenschaften begeistern. Doch in der Wirtschaft sehen wir noch immer zu wenig Frauen in MINT-Berufen, daher ist es mir auch persönlich ein Anliegen, jungen Frauen die Möglichkeit einer Karriere im MINT-Bereich aufzuzeigen.
Die IdeenExpo ist eine gute Gelegenheit, technisch interessierte junge Menschen auf unsere hochwertige und fundierte Ausbildung aufmerksam zu machen. Wir bauen am besten mögliche Barrieren ab, wenn Jugendliche – egal ob Mädchen oder Jungen – etwas selbst Gebautes wie den Stoßdämpfer-Schlüsselanhänger oder die Erfahrung eines selbstfahrenden E-Karts mitnehmen. Das eigene Erleben und Dinge „einfach mal zu machen“ ist oft die beste Motivation für MINT-Themen. Bei den Mädchen selbst sehe ich dann kaum noch Barrieren.

Zum Unternehmen

ZF Friedrichshafen AG

ZF ist ein weltweit aktiver Technologiekonzern und liefert Systeme für die Mobilität von Pkw, Nutzfahrzeugen und Industrietechnik. Mit einem umfassenden Technologieportfolio bietet ZF ganzheitliche Lösungen für etablierte Automobilhersteller sowie Mobilitätsanbieter und neu entstehende Unternehmen im Bereich Transport und Mobilität. Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung der ZF-Systeme ist die digitale Vernetzung und Automatisierung. ZF lässt Fahrzeuge sehen, denken und handeln.

Interview Sonja Kazma

„Den Arbeitsalltag dank VR-Brille erleben“

Sonja Kazma ist Pressesprecherin in der Bundesagentur für Arbeit, dem Premiumpartner im ClubZukunft der IdeenExpo.

Faktor A: Frau Kazma, was macht die IdeenExpo so besonders?

Sonja Kazma: Die Messe hat ein hochattraktives Konzept. Hier findet Berufsorientierung zum Anfassen statt: Die Jugendlichen löten und sägen, programmieren Roboter und Apps oder erleben mit VR-Brillen den Arbeitsalltag in der Stahlindustrie.

Sonja Kazma, Pressesprecherin Arbeitsagentur
© BA

An den Ständen gaben häufig die Azubis selbst Auskunft. Warum?

Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, wenn die interessierten Jugendlichen an den Ständen Gesprächspartner auf Augenhöhe finden. Die Auszubildenden können ihre Berufe gut selbst präsentieren und aus ihrem Ausbildungsalltag erzählen.

Und welchen Beitrag leistet die Bundesagentur für Arbeit?

Im echten Leben und auch auf der IdeenExpo werden Jugendliche von dem riesigen Angebot an Ausbildungen und Studiengängen regelrecht überwältigt. Wir helfen ihnen, die Berufe zu finden, die zu ihren Interessen und Talenten passen. Auf unserem Stand konnten die Jugendlichen einen Test machen, bei dem sie 100 Fotos aus dem Arbeitsleben blitzschnell mit „Mag ich!“ oder „Mag ich nicht!“ bewerteten. Das Ergebnis sind Berufsbereiche, die dazu passen könnten. Darüber kamen sie mit unseren Berufsberatern ins Gespräch und erhielten viele Tipps. Anschließend konnten sie sich mit dem neu gewonnenen Wissen Arbeitgeber auf der IdeenExpo suchen, die genau diese Studiengänge und Ausbildungen anbieten.

IdeenExpo 2021

Mach doch einfach – mit!

Die Vorbereitungen für die nächste und 8. IdeenExpo laufen bereits: Sie findet ab dem 10. Juli 2021 auf dem Messegelände Hannover statt. Interessierte Unternehmen, die auf der Messe ausstellen möchten, finden weitere Infos unter www.ideenexpo.de oder direkt bei Dorothea Braunert von der IdeenExpo: Tel.: +49 511 84 48 95 – 16, E-Mail: braunert@ideenexpo.de

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Birte Schmidt
Titelfoto: © Franz12/Shutterstock